Und jetzt alle: Flap your hands!

Stimming, was ist das eigentlich? Eine ganz typische Frage, wenn Menschen mit Eigenverdacht, gerade frischer Autismus-Diagnose oder auch Eltern autistischer Kinder in die Selbsthilfe kommen.

Auf Deutsch findet man immer noch verhältnismäßg wenige Infos zum Thema Stimming. Mitunter denken Menschen, ich hätte mich vertippt und redete von Stimmung. Einen wirklich guten, knackigen deutschen Begriff gibt es dafür auch nicht. Selbststimulierendes Verhalten, klingt irgendwie durchaus komisch bis missverständlich.
Recht erhellend finde ich dies zum Thema Stimming, denn Stimming ist sehr vielfältig:
http://par-la-fenetre.tumblr.com/tagged/serieabc/chrono

Stimming hat mehrere Funktionen. Kurz gesagt dient es der Reizregulierung.
Autisten sind oft von den Reizen der Umwelt (Licht, Geräusche, Gerüche, Berührungen …) oder auch im Menschen selbst (Körpergeräusche, Herzschlag, das Rauschen des Bluts …) oder auch von Gefühlen geflutet. Stimming kann das regulieren.
Für mich bedeutet Stimming, dass ich damit sowohl Leerlauf ausgleichen kann als auch Überreizung reduzieren oder überlagern kann. Das ist durchaus wichtig für mich. Ohne Stimming kann man mich deutlich eher für den Rest des Tages einfach in die Ecke stellen, weil ich dann einfach noch schneller fertig mit der Welt bin als so schon.

Nicht jede Art von Stimming ist sozial anerkannt und kann in der Öffentlichkeit ausgeführt werden, ohne dass man damit auf die Menschen in seiner Umgebung mindestens merkwürdig wirkt – leider.
Auf dem Bahnsteig hin- und herzugehen ist etwas, was man machen kann. Mit dem Fuß wippen geht auch. Kugelschreiber klickern ist auch noch ok. Aber wenn man stark mit dem Oberkörper wippt oder mit den Händen flattert (hand flapping) oder gar verbal stimmt, also Geräusche erzeugt, dann sieht das schon anders aus. Kinder dürfen sowas noch, unter Erwachsenen ist das eher verpönt. Ggf. wird man sogar für geistig unterbelichtet gehalten. Wo auch immer da der Zusammenhang sein mag.

Und eben weil Stimming in der Öffentlichkeit oft nicht so gut ankommt, gibt es zahlreiche Therapien, die dieses „unerwünschte Verhalten“ abtrainieren sollen. Ganz vorne dabei ist ABA, Applied Behavior Analysis, einfacher gesagt: Konditionierung. Und zwar als 30-Stunden-Woche!
Wie wunderbar das doch ist, wenn der Autist kein „unerwünschtes Verhalten“ mehr zeigt. Da ist er doch glatt fast geheilt und kann in der Gesellschaft anerkannt leben. Hurra! Ja, das entbehrt gerade nicht eines gewissen Sarkasmus.

Nach außen ist dann alles super. Doch wie geht es dem Autisten damit? Wie kommt er klar, wenn er eins seiner wichtigsten Werkzeuge zur Reizregulierung durch hartes Training verloren hat? Wie ist es für ihn, wenn er zwar nicht mehr komisch angeschaut wird, dafür aber nur noch die halbe Zeit durchhält?

Bis die Gesellschaft da mehr Akzeptanz entwickelt, wäre es den Autisten gegenüber fairer, in Therapien das Stimming nicht abzutrainieren, sondern zum Beispiel unauffälligere Alternativen anzubieten und zu erklären, in welchen Situationen auffälliges Stimming besser zu meiden ist, um gesellschaftlich nicht immer am Rand zu stehen. So hat der Autist weitere Werkzeuge an der Hand und die Entscheidungsfreiheit, wann er Stimming wie anwenden möchte.

Als Endziel wünsche ich mir, dass Stimming schlicht bekannter wird, dass Nicht-Autisten darüber Bescheid wissen und es akzeptieren. Vielleicht sogar mal mitmachen!
Flap your hands!


Übrigens irre lesenswert:
http://www.spektrum.de/news/meinung-empathie-statt-eugenik/1295945 von Mela Eckenfels

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25 Gedanken zu “Und jetzt alle: Flap your hands!

  1. Man wird seit der frühesten Kindheit dressiert, sich Stimming abzugewöhnen. Meine Eltern haben sich jehrelang auf den Kopf gestellt (ohne die Ursachen zu kennen), um mir diese ’stereotypen Bewegungen‘ abzugewöhnen. Das ist ihnen auch gar nicht schlecht gelungen, als Teenager hatte ich die meisten im Griff. ABA ist aus meiner Sicht common sense, in ein ‚Produkt‘ oder von mir aus ‚Programm‘ verpackt. Ich möchte nicht dressiert werden und wünsche das auch keiner Person, die eine ASS hat und sich nicht dadurch allzu eingeschränkt fühlt. Ich glaube auch schlicht nicht daran, dass reines Verhaltenstraining einen nachhaltigen Effekt haben kann, und dass man sich die Probleme im Umfeld, speziell wenn es anspruchsvoller wird, wie in verantwortungsvollen Positionen wegarbeiten kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung endet das im Burnout oder Depression.
    Was Stimming angeht erlaube ich mir heute mit mitte 30, auch mal zu schaukeln, wenn ich das Gefühl habe, dass es nötig ist. Meine Hände sind in einer überfüllten Strasse auch nicht ruhig. Das ist mir heute egal, dafür fühlt es sich zu gut an. :)

  2. Hallo
    ich bin auch Asperger-Autist.
    Wie hast du dein Wissen dir erarbeitet? Ich fühle mich ganz klein wenn ich das hier alles lese in deinem Blog. Mein Wissen ist so klein im Vergleich zu deinem.

    1. Kurz gesagt: Über vier Jahre Online-Selbsthilfe, ziemlich genau vier Jahre Twitter, viel Austausch mit anderen Autisten, dabei über haufenweise Artikel gestolpert und sie gelesen. Da sammelt sich so einiges Wissen an im Laufe der Zeit.

      1. Ich habe auch mehrere Jahre Therapien hinter mir. Auch habe ich fast 6 Jahre in einer Werkstatt für erwachsene Menschen mit Autismus gearbeitet. Jetzt habe ich einen Arbeitsplatz in der Verwaltung der Caritas für den Landkreis Emsland.
        Ich habe schon lange Zugang zum Netz. Habe aber nach der Arbeit bzw. nach der Werkstatt keine Lust mehr gehabt mich tiefer mit der Materie Asperger zu beschäftigen.

          1. Ich bitte um Entschuldigung, für die schlechte Formulierung. Du schriebst von Therapie. Ich hatte eine „Offline-Therapie“ in einem Autismus-Therapie-Zentrum gemacht.

            Ich nehme jetzt noch einmal im Monat an einer Selbsthilfegruppe teil. Wir gehen oft essen, oder ins Kino. Oder auch mal zum Bowling.

            Wir kochen auch mindestens einmal im Jahr. Es macht schon Spaß. Wir reden viel. Aber nicht nur über unsere Einschränkung.

  3. Wenn man mal genau hin schaut, erkennt man, dass auch NT häufig Stimmung brauchen. Kettenrauchen, mit den Füßen wippen, auf irgendwas rum kritzeln. Sie genießen Hängematten, joggen km- weit, usw. aber das ist eben sozialadäquat, wie es schon heißt.

    Du hast sehr schön die Alternative zur brutalen Konditionierung aufgezeigt.

    1. Ja, Stimming ist was ganz Normales, das jeder Mensch benutzt.
      Es kommt auf die Art des Stimmings, die Häufigkeit, die Intensität an, ob es als „normal“ gilt oder eben aus der „Norm“ fällt.

      Autisten haben halt öfter als NA stärkere Probleme mit der Reizregulierung, und dann wird eben ungewöhnlicher, häufiger und/oder stärker/auffälliger gestimmt.

      Auslöser und Werkzeug sind bei NA und Autisten im Grunde identisch.

  4. Unsere Tochter, 14, hat sich zuerst mal spontan Autismus selbst diagnostiziert. Dann wurde sie getestet und Autismus war doch negativ, allerdings alles andere auch. Wir suchten weiter, landeten aber doch immer wieder beim Asperger. Irgendwann haben wir doch noch nach fast 2 Jahren eine Diagnose bekommen. ENDLICH. Stimming gehört ja in allen Tests und Symptomenbeschreibungen ganz fest dazu und das war eines der Dinge, die ich an meiner Tochter einfach nicht sah.
    Nach vielem Lesen und langem Beobachten, sehe ich es doch. Schaue ich sie anders an? Oder lässt sie es eher zu, seitdem sie die Bestätigung hat?
    Sie schaukelt, auf dem Stuhl oder auf der Schaukel (am liebsten stundenlang im Regen), trippelt mal mit de Füßen, muss Menschen umarmen und umherhopsen, wenn sie glücklich ist (flattern da die Hände? Sie sagt nein, ich bin mir immer unsicher und das geht so schnell vorbei…sie ist dann einfach nur lustig drauf – ok, wenn sie das noch mit 30 macht, schauen die Leute vielleicht etwas irritiert. Oder auch nicht?). Sie braucht sobald sie aus dem Haus geht, tiefe, gemütliche Taschen, um ihre Händen hineinzuvergraben, Es darf möglichst wenig Haut sichtbar sein, aber auch nicht so viele Schichten übereinander. Ganzkörperanzug sollte ich ihr mal anbieten….. möglichst festes Schuhwerk auch bei Hitze. Sie schleppt ihr tragbares Wohnzimmer (Umhängetasche mit Papier und Stifte) immer mit und kann die Jacke nicht wirklich ablegen. Sie wird höchstens mal um die Hüfte gebunden. Mit der Ausrüstung schafft sie es in die Welt hinaus.
    Ganz schön diskrete Methoden, was?
    Ich kann mich nicht daran erinnern, ihr irgendwas abgewöhnt zu haben. Doch, Daumenlustschen, aber das hat sowieso nicht geklappt, also durfte sie irgendwie, so bis sie 7 oder 8 war, ich glaube abends auch noch länger. Was anderes fällt mir nicht ein…. Ihr Kuscheltuch hat sie immer noch – im Bett.
    Tarntimming also…? Für viele Ärzte der Beweis (mehr oder weniger), dass sie doch gar kein Autist sein KANN. tztztz….

    1. Schöner Kommentar.
      Ja, es kann durchaus sein, dass sie mehr zulässt durch das Wissen, aber auch, dass dein Blick dafür geschärft ist.
      Stimming kann auch einfach sehr sehr vielfältig sein, nicht bei jedem gleich.

      Ich bekam meine Diagnose mit 35 Jahren. Bis dahin hat mich niemand je auf mein Stimming angesprochen. Einer der ersten anderen Autisten, den ich dann mal traf, sah mich und fragte sich, wie ich es geschafft haben könnte, so lange ohne Diagnose durchzukommen. Er sah auf den ersten Blick mein Stimming – von dem ich selbst nicht mal was wusste. Ich hätte irgendwas begeistert erzählt und dabei mit den Händen geflattert.

      Heute merke ich das eher mal, was ich wann überhaupt so mache, weil ich eben heute darüber ein gewisses Wissen habe, mich dahingehend beobachten kann – und ja, ich lasse es je nach Situation jetzt manchmal auch bewusster zu.
      Heute merke ich, wenn ich an der Supermarktkasse ins Nichts starre und dabei leicht schaukle oder einen Fuß in der Luft schwingen lasse. Früher ist mir das einfach nicht aufgefallen, dass ich sowas tue.

      Ich weiß nicht, wie das nach außen wirkt. Es spricht mich ja niemand drauf an. Menschen reden lieber hinter dem Rücken, wenn sie etwas seltsam an einem anderen Menschen finden. Das ist unhöflicher als mit der Person selbst darüber zu reden, aber die Gesellschaft findet das ja offenbar genau andersrum als ich.

      Und ja, Stimming geht auch unauffällig. Wenn man selbst das möchte, kann man sich natürlich unauffällige Stimmings angewöhnen für Situationen, in denen auffällige „unangebracht“ sind. Ich trage manchmal einen Handschmeichler oder Knautschball mit mir, den kann ich in der Hosentasche benutzen.
      Schöner ist es aber, wenn ich einfach sein kann, wer ich eben bin, ohne Tricks und Masken und Verstellen.

  5. ich arbeite mit autitischen Kindern im Rahmen der Logopädie. So wurde ich auch schon von ABA-Therapeuten superviediert. Aus dem oben stehenden Beitrag verstehe ich, dass ABA das sogenannte Stimming als unerwünschtes Verhalten ansieht und es abtrainieren will. Das ist allerdings nicht meine Erfahrung. Im Gegenteil. Ich denke, dass man da sehr genau hinschauen muss. ABA, so meine Erfahrung arbeitet natürlich daran unerwünschtes Verhalten abzubauen oder zu reduzieren. Aber nicht das Stimming. Zu unerwünschtem Verhalten zählt so etwas wie lautes Schreien, autoagressives Verhalten… Und da muss man bedenken, dass die Kinder ja in einer Gesellschaft leben, die leider nicht sehr viel Verständnis für Menschen hat, die nicht einem Normbild entsprechen. Dies finde ich an sich sehr problematisch. Wenn ein Kind mit autistischer Störung eine Schule besucht, z.B. Eine integrative Form, dann ist es nun mal so dass es aber auch Dinge gibt, die wir nicht immer zulassen können. Ich bin der Meinung, dass dazu häufiges lautes Schreien dazugehört…. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder mit stark ausgeprägtem Autismus auch durchaus aggressives Verhalten zeigen. Ich werde nicht selten geschlagen, daran gilt laut ABA zu arbeiten. Das sogenannte Hand klapping, Handschmeichler in den Händen streicheln … Stellt für ABA allerdings kein Problem dar! Da ich nicht nur mit Menschen mit Autismus, sondern auch z.B. Mit GB arbeite, selber drei eigene Kinder habe und ihre Ticks und Schwierigkeiten beobachte, bin komplett davon überzeugt, dass es den „Normmensch“ nicht gibt. Jeder hat seine Baustelle. Ich bedauere sehr, dass die Menschen gerne auf die Anderen schauen und deren Abweichungen immer direkt sehen, aber schlecht mit eigenen Schwierigkeiten umgehen können oder sie sich erst einzugestehen. Ich erachte es als eine sehr große Bereicherung mit so vielen unterschiedlichen Menschen arbeiten zu dürfen!

    1. Ich weiß aus Berichten von ausgestiegenen ABA-Therapeuten (https://dasfotobus.wordpress.com/2015/05/27/warum-ich-aba-verlassen-habe-eine-ubersetzung/) ebenso wie aus Berichten von Autisten selbst (https://juststimming.wordpress.com/2011/10/05/quiet-hands/), die ABA erleiden mussten, dass das Abtrainieren von Stimming durchaus nicht selten ein Therapieziel bei ABA ist.
      Vielleicht nimmt sich das nicht jeder ABA-Therapeut zum Ziel, möglich. Kann auch sein, dass du da einfach nur Ausschnitte aus der ABA-Therapie mitbekamst, in denen das nicht vorkam.

      Ich zitiere mal aus dem Artikel der Therapeutin:
      „Compliance-Training wird doppelt gefährlich, wenn es nicht in einem wirklichen Verständnis der Wahrnehmungen von Autisten wurzelt. Häufig ist ein Grundwert hinter vielen Zielen von ABA, die Kinder zu lehren, weniger autistisch auszusehen und zu handeln. Wenn ein Kind irgendein Verhalten zeigt, das „repetitiv“ (wiederholend) oder „obsessiv“ wirkt, oder Verhaltensweisen, die einfach nur von den neuroptypischen Menschen in ihrer Umgebung nicht verstanden werden, versuchen Behavioristen sie zu ändern. Stimming (selbststimulierendes Verhalten) ist das bekannteste Beispiel solchen Verhaltens, aber es kann alles sein. Auf Zehenspitzen zu gehen, über dasselbe Thema zu oft zu reden, Echolalie, ein intensives Interesse zu haben, keinen Augenkontakt zu halten, die Ohren zuzuhalten, mit Spielzeugen nicht in einer bestimmten Weise zu spielen – alles, was Behavioristen als „unangemessen“ erachten, wird zum Ziel, an dem das Kind zu arbeiten hat, um es zu verändern.“
      „Dinge, die eine neuotypische Person kaum bemerkt, wie fluoreszierendes Licht oder sanfte Hintergrundmusik, können für jemanden mit sensiblerem Sinnessystem überwältigend sein. Das bedeutet, einem Kind das Stimming zu versagen – was oft Unterbrechung oder Verhinderung des Stimmings durch körperliches Zwingen, die Hände an den Körperseiten oder auf dem Tisch zu halten, umfasst – kann physisch schmerzhaft für es sein.“

      Ich bitte dich, dich mit ABA aus Sicht der Autisten genauer auseinanderzusetzen.
      Überdenke bitte die Zusammenarbeit mit ABA-Therapeuten und die Anwendung von ABA.
      Einen guten Einsteig in das Thema findest du hier:
      http://www.robotinabox.de/aba-und-kritik/
      https://fragtwarum.tumblr.com/gegendarstellung

      Was das Schreien und die (Auto-)Aggressionen angeht:
      Solches Verhalten hat Gründe. Es einfach nur mit ABA abzutrainieren, missachtet die Gründe.
      Ein Beispiel:
      Wenn ein Kind z. B. immer in einer bestimmten Situation schreit oder sich oder andere verletzt und es zum Beispiel daran liegt, dass in dieser Situation immer gerade eine flackernde Leuchtstoffröhre zugegen ist (die von Nicht-Autisten nicht zwingend als flackernd oder störend wahrgenommen werden muss), lässt sich das Problem beheben, indem man diesen Reiz entfernt, also die Röhre z. B. austauscht oder ausschaltet.
      Trainiert man aber das Verhalten ab, ohne diesen Grund zu beachten, wird das Kind zwar ggf. irgendwann „lernen“, dass es dieses Verhalten nicht zeigen darf, dabei aber immer noch Konzentrationsprobleme bis hin zu Schmerzen durch die flackernde Leuchtstoffröhre haben.

      Die Gründe können durch die bei jedem Autisten individuell gelagerten sensorischen Über- oder Unterempfindlichkeiten mannigfaltig sein und nicht immer so einfach gelagert wie in dem Beispiel, sollten aber gesucht und gefunden werden, um einen guten Umgang damit zu finden, wie zum Beispiel den Reiz zu entfernen, anstatt das Kind zu lehren, dass sein Empfinden gegenüber dem Reiz ungültig und irrelevant ist und es die Situation einfach möglichst unauffällig zu ertragen hat.

    2. @Kathleen:
      Komm!ASS müsste Dir, Kathleen, als Logopädin ein Begriff sein!
      Um die Sprachanbahnung zu erwzingen werden die armen autistischen Kids gezielt an für sie äußerst triggernden Reize herangeführt bzw. sie werden diesen gezielt ausgesetzt und das unter einem ständigen Modalitätenwechsel! Ein hervorragendes Mittel ,autistische Kids „gefügig“ zu machen = Ironie/Sarkasmus! Jeder gesunder autistischer Mensch und jeder gesunder nichtautistischer Mensche „tut so etwas nicht“!!!! Mein inzwischen erwachsenes autistisches Kind muss und darf sich vor triggernden Reizen schützen, denn ihre Wahrnehmung(sverarbeitung) kann ihr nicht genommen werden!!! Diese Komm!ASS – Methode basiert auch auf die Grundlagen der ABA!!
      Sprachanbahnung wird erzwungen mit viel Spaß und aufgeschwätzte Freude (makaber oder?).
      Es gibt das Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!
      Ich bin der Meinung, dass es nicht jedes Kind sprechen können muss und es gibt viele autistische Kids, die beipielsweise ganz gut mit der Gebärdensprache kommunizieren können und andere, die zwar sprechen können (theaoretisch) und es praktisch nicht tun. Manchmal braucht es einfach auch den Faktor ZEIT! Wichtig finde ich, dass „man“ den Kids Gelegenheit gibt, zu wählen, welches Kommunikationsmittel sie „wählen“ und sie darin dann unterstützen und fördern.
      Ich habe Kids erlebt, die aufgrund traumaisierenden Zwang / Konditionierung von Außen regelrecht verstummt sind!
      (…) Das Ziel dieses ganzheitlichen Therapieansatzes ist die Schaffung der gemeinsamen Aufmerksamkeit. Nicht die Vermeidung von Reizen, sondern das gezielte Hinführen zu verschiedenen Reizen und ein ständiger Modalitätenwechsel verbessern die Wahrnehmung der Kinder und stellen somit eine optimale Grundlage für die Sprachanbahnung dar. Über den ständigen Austausch und die Freude an einer lebendigen Kommunikation kann sich Sprache entwickeln(…) (aus : http://www.komm-ass.de/kommass.php )

  6. Danke! Jetzt verstehe ich meinen kleinen ein wenig besser. Bitte um mehr Beiträge, ich möchte verstehen und lernen!

    1. Bitte, gern.
      Ich blogge weiter.
      Gern empfehle ich dir, auch in die Blogs in meiner Blogroll rechts im Menü zu schauen. Da habe ich auch einen Podcast und ein paar lesenswerte Bücher und ein Magazin zum Thema Autismus verlinkt.

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