Ein Tag in meinem Leben – fotobus

Ich wache um 10:30 Uhr auf.
Mein Rhythmus ist also mal wieder nach hinten verschoben. Ich mag das nicht, aber es passiert mir immer wieder so.
Über Nacht habe ich ein Gerät an der Steckdose geladen, das angeblich ein Auto zum Anspringen bewegen soll, wenn die Batterie leer ist – und meine Batterie ist gerade leer. Der Gedanke an die leere Batterie stresst mich, denn ich brauche mein Auto. Heute zum Einkaufen, aber wichtiger noch übermorgen, um ein paar Urlaubstage zu verbringen.
Zum Glück aber habe ich das gestern Abend schon gemerkt, sonst hätte ich den Overload heute sicher. So konnte ich gestern den Plan für heute noch anpassen und den Stress minimieren.
Aber vermutlich habe ich deshalb so lange geschlafen.

Entgegen aller üblichen Morgenrituale, die üblicherweise daraus bestehen, zunächst am Rechner meine mir wichtigen Websites durchzustöbern und dabei in Ruhe ein Zigarettchen zu rauchen und Cola zu trinken, stopfe ich heute zuerst Wäsche für die Urlaubstage in die Maschine und gehe nach der Morgentoilette nun mit diesem Autoanspringgerät aus dem Haus zu meinem Auto. Denn ohne das Auto weder Zigaretten noch Cola.
Ich schließe das Gerät an, und es tut – nichts! Absolut nichts!
Nun denn. Hinter mir parkt niemand, also lasse ich den Wagen rückwärts auf die Straße rollen, mit der Nase in die minimal abschüssige Richtung driften, und hoffe, ihn anrollen lassen zu können. Dabei fluche ich über meine Nachbarn vor mich hin, die, würden sie mich nicht dauernd schneiden, durchaus hilfreich sein könnten in so einem Fall. Die Überbrückungskabel in meinem Kofferraum helfen halt nur, wenn ein zweiter Mensch mit einem zweiten Auto auch helfen mag.

Das Auto springt an. Das ist gut.
Nun nicht vergessen, zuerst mindestens eine halbe Stunde rumzufahren, um die Batterie zu laden. Und so fahre ich mal wieder eine alte Strecke, die ich früher regelmäßig fuhr, über Land, schaue die Maisfelder an, die an mir vorüberziehen, sinniere dabei darüber, dass ich immer noch nie in einem Maislabyrinth war und ob es wohl eher schön oder Stephen-King-gruselig sein mag, genieße den Wind, der durch die offenen Fenster die drückende Luft aus dem Auto schiebt, und wünschte, wieder deutlich mehr Geld für Sprit zu haben, um wieder öfter die mich so beruhigenden Strecken über Land fahren zu können, um dann spazieren zu gehen. Wie sehr mir das fehlt.

Ich entschließe mich, den entfernten großen Supermarkt zu konsultieren, kaufe dort einiges leckeres Zeugs, Schokomüsli, Himbeeren, etwas Grillfleisch für den Abend – und natürlich die Cola und die Zigaretten.
Am Regal mit der Flackerlampe gehe ich mit Hand vorm Gesicht einfach vorbei. Mir egal, was da drin steht. Wo’s flackert, kaufe ich nur bei absoluter Notwendigkeit.
Die Dame an der Kasse beugt sich wieder so weit sie nur kann über das Laufband, um all die gestohlenen Waren zu entdecken, aber sie entdeckt heute gar nichts, wie immer, diesmal aber nicht mal einen Einkaufswagen, denn ich hatte mich für einen Korb entschieden.
Auf dem Parkplatz habe ich zur Sicherheit auch wieder abschüssig geparkt, doch das Auto springt jetzt anstandslos an und bringt mich wieder heim.

Ab in den Kühlschrank mit den kühlschrankbedürftigen Verbrauchswaren und ab auf den Bürostuhl für mein nun deutlich verspätetes Morgenritual – am Mittag!
Zeitgleich höre ich die Waschmaschine ihr Programm beenden, ignoriere das aber noch eine Stunde.

Endlich mit dem Po auf dem Bürostuhl, endlich meine Websites durchschauen, wieder in einen Rhythmus finden, der mich sicherlich wieder zu spät ins Bett führen wird, weil ja alles schon zweifach nach hinten verschoben stattfindet.
Zwischendrin hänge ich die Wäsche auf – die ich aufgrund sämtlicher Stressfaktoren ganz offensichtlich nicht gründlich genug nach Taschentüchern durchsucht habe. Weiße Fusseln bedecken meine Wäsche, wo sie nur können. Innen und außen.

Danach wieder an den Rechner. Die eingegangenen E-Mails bearbeiten, zwischendrin in ein Online-Spiel schauen, twittern, mit jemandem im Chat konferieren und vorwiegend meinem Tagwerk nachgehen.
Vom Fernseher lasse ich mich dann noch mit The Big Bang Theory berieseln. Eine beruhigend bekannte Folge.

Am Ende der Folge fällt mir ein, dass ich ja noch einen eigenen Text für mein Projekt: ETimL schreiben wollte und fange damit an. (An dieser Stelle dürfen Programmierer in eine Endlosschleife rutschen und immer wieder von vorn anfangen zu lesen.)

Ich und mein Rechner arbeiten also den Nachmittag zusammen, lesen und twittern auch. Und um 18.00 Uhr dann endlich NCIS – FUUUUUUU, kein NCIS! Eine Programmänderung! Wie wenig ich sowas liebe.
Ausweichprogramm bieten mir die Simpsons. Damit kann ich leben.

Soll ich schon Nahrung zubereiten? Oder erst in einem Stündchen? Ich schaue beim Essen gern eine gute Serie, wie Bones. Bones läuft heute um 20.15 Uhr. Bis dahin werde ich wohl noch warten, also um ca. 19:45 Uhr mit dem Kochen beginnen. Heute gibt es einfach nur Grillfleisch aus der Pfanne, mit Knoblauchsauce aus der Flasche. Ich mag nur eine Marke wirklich gern, ertrage aber inzwischen auch andere. Aus meiner Sicht bin ich inzwischen ein vielfältiger Esser, verglichen mit meiner Kindheit. Aus Sicht der restlichen Welt bin ich ein pingeliger Esser sondergleichen. Tatsächlich esse ich halt autistisch, könnte man so sagen. Jedenfalls nah an dem, was Hans Asperger dazu schon schrieb.

Den Rest des Tages verbringe ich nach dem Essen im Selbsthilfechat, auf Twitter und noch einigen Plattformen, zwischen denen ich hin- und herklicke. Meine Abendroutine.
Den morgigen Tag habe ich soweit notwendig auf einem kleinen Zettel geplant. Wichtiges mit Zeitangaben. So lagere ich jeden Abend aus meinem Kopf aus, was mich sonst belasten würde. Dann ab ins Bett, eine gute Serie zum Einschlafen aussuchen, den Sleeptimer einstellen und zu Sudoku und Serie langsam dahinschlummern.
Morgen dann wieder ein Tag mit weniger Zwischenfällen. Hoffentlich.

fotobus, huch, das bin ich ja selbst, bloggt genau hier und twittert dort.

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2 Gedanken zu “Ein Tag in meinem Leben – fotobus

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