Die Prinzessin auf der Erbse

Stell dir vor, deine Behinderung bestünde aus vielen Symptomen, die dich in deinem ganzen Wesen ausmachen.
Jetzt stell dir vor, deine Behinderung wird ständig von Leuten mit massenhaft Vorurteilen belegt, die mit den wahren Symptomen nichts zu tun haben.
Und dann stell dir vor, dauernd gehen Leute her und picken nur ein Symptom heraus oder oft gar eins der Vorurteile und meinen, das allein wäre schon die ganze Behinderung.

Weiter denk jetzt einmal daran, diese Leute nehmen diese Vorurteile und benutzen deine Behinderung, die dich in deinem Wesen ausmacht, als negative Beschreibung für Menschen/Verhaltensweisen/Gegenstände, die sie scheiße finden.

Das liest du täglich, immer wieder, von Rechten, von Linken, von Journalisten, von Politikern, von Lehrern, von Schülern, von Ärzten, von allerlei Menschen.
Und dann gehst du raus und kriegst, sobald du dich mit deiner Behinderung irgendwo outest (gar outen musst), diese immer wiedergekäuten Vorurteile zu spüren, indem dich ein Arzt falsch behandelt, indem du deshalb keinen Job bekommst, indem sich Freunde abwenden oder du nie erst welche findest und und und.

Das ist die Erbse, auf der die Prinzessin namens Autist leben muss.

Sie ist groß, grün und grimmig.
Und sie hat Zähne.
Erbse mit bösem Gesicht und scharfen Zähnen im Comicstil.

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Ein Gedanke zu “Die Prinzessin auf der Erbse

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