Reaktion eines manchmal Beleidigten

Debattenkultur: Ein Volk der Beleidigten

„Es gibt Dinge, die man aushalten muss. Und zwar ohne wenn und aber.“

Die Frage ist: Wer muss was aushalten?

Beispiel: Komiker/Journalist/Politiker etc. beleidigt Autisten, ob nun mit Absicht oder nicht. Autisten sagen ihm dazu ihre Meinung. Niemand verbietet dem Komiker/Journalisten/Politiker etc. den blöden Autistengag/die bescheuerte Metapher etc., die Autisten halten das also aus (immer und immer wieder, nahezu täglich) – aber kritisieren ihn. Und der Komiker/Journalist/Politiker etc. muss dann halt auch mal die Kritik, die ja kein Verbot ist, sondern eben eine Kritik, aushalten.
Oder muss immer der, auf den nach unten getreten wurde, aushalten?
Bedeutet aushalten wirklich, dass man alles still zu ertragen hat und sich nicht zu Wort melden darf?
Bedeutet Kritik tatsächlich eine Bedrohung der Kunst- und Meinungsfreiheit?

„Ideologien, Weltanschauungen und politische Überzeugungen aber sind keine Individuen. Sie sind geistige Angebote, die man befürworten oder ablehnen kann. Und zwar genauso harsch und ätzend wie man es möchte.“

Und genauso harsch und ätzend wie man will darf man auch Kritik üben und entsprechend wiederum seine Anschauung zurückgeben.
Nicht?
Darf immer nur einer was sagen und dann darf es keine Reaktion mehr geben, zumindest keine negative, keinen Widerspruch?
Und sind es wirklich immer nur Ideologien, Weltanschauungen und politische Überzeugungen? Sind es nicht ab und an tatsächlich reichlich beleidigende Inhalte, um die es geht?

Und auch das ist noch ein interessanter Faktor:

Denn oft sind es inzwischen die Kritisierten, die sich dann schmollend der Debatte entziehen.
Ich könnte mal diejenigen zählen, die mich blockten, statt in den Diskurs zu gehen, weil ich kritisierte, dass sie mit einer Autismus-Metapher Autisten schaden.
Angefangen bei

Bis hin zu

Kurz gesagt:
Ich finde den ganzen, langen Artikel deutlich zu kurz gegriffen und total schief.

Dabei finde ich den Kinski-Ausspruch „Wer mich beleidigt, entscheide ich“ durchaus wunderbar für den eigenen Selbstwert.
Allein die Schlüsse, die Simon Urban daraus zieht, empfinde ich als schief, Dinge vermischend, die nicht vermischt gehören, und den Unterschied des nach oben oder nach unten Tretens völlig ignorierend.

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4 Gedanken zu “Reaktion eines manchmal Beleidigten

    1. Danke für den Hinweis.
      Ich hab deinen Link angepasst, so dass er weiterhin zu dem von dir verlinkten Artikel führt, ihm aber keine Klicks bringt.

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