Leid an chronisch krankhafter Neigung zum In-sich-gekehrt-Sein

Leider gibt es viele Artikel zum Thema Autismus, in denen die Wortwahl so oder ähnlich zu finden ist, wie ich es im Titel andeute. Heute nehme ich einen Artikel exemplarisch heraus, da er mich mit einer Häufung dieses Sprachstils geradezu erschlagen hat.
Das schafft kein Verständnis, das grenzt weiter aus. Da ist zu sehen, wie wenig die Außensicht von Autismus mit der Innensicht zu tun haben kann, und warum es so wichtig ist, dass den Autisten selbst mehr zugehört wird.

Das beschriebene Angebot an sich mag positiv sein, zumindest sind Musiktherapie und Kunsttherapie immerhin etwas Nettes. Doch die Sprache in diesem Artikel haut mich echt mal wieder aus den Socken, denn sie enthält viel aufgepfropftes Leid und Krankheit und wenig Verständnis:
Autisten musizieren gegen die Isolation

Ich liste heute einfach mal meine innerlichen Direktreaktionen auf bestimmte Begrifflichkeiten und Wortkombinationen aus diesem Artikel auf:

  • „chronisch in sich gekehrte Menschen“ – Öh.
  • „Der Junge litt“ – Hat der Junge es selbst als Leid empfunden?
  • „in krankhaftem Maße“ – Öh.
  • „über diese Krankheit“ – Autismus ist angeboren, niemand erkrankt daran.
  • „autistische veranlagte Menschen“ – Öh.
  • „zwanghafte Wiederholungshandlungen in den Griff zu bekommen“ – Sollte damit Stimming gemeint sein, schadet es, das abzutrainieren. Sollten wirklich Zwänge gemeint sein, so liegt eine weitere Störung vor. Zwänge gehören nicht zum Autismus. Was von beidem es ist, sollte der Autist in seinem Innen merken, nicht der Beobachter am Außen.
  • „unter einer der vielen Spielarten von Autismus leiden“ – Leid, Leid, Leid.
  • „auch Filme wie “Rain Man”“ – Ausgerechnet Rain Man, der Film, der viel mehr Klischees als Aufklärung brachte.
  • „Jeder 100. neigt zu Autismus – doch Krankheit wird oft nicht erkannt“ – Wie neigt man zu Autismus? Und schon wieder Krankheit.
  • „ein Prozent der Bevölkerung an Autismus leidet“ – Leid, Leid, Leid.
  • „die leichteren Formen“ – Das Spektrum Autismus an sich in leicht und schwer linear einzuteilen, ist größter Humbug.

Schade, wirklich schade. Denn durch diese Sprache, wie in diesem Artikel, driften leider auch eventuell gute Angebote zumindest bei mir schnell in die Negativ-Richtung von dannen, denn zumindest ich mag nicht von Menschen umgeben sein, die so über Autismus denken.

Zum Schluss mag ich noch auf @Leidmedien hinweisen, insbesondere diesen Artikel:
Über Autismus berichten

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2 Gedanken zu “Leid an chronisch krankhafter Neigung zum In-sich-gekehrt-Sein

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