Der Witz an der Sache ist Respekt

Wie inzwischen zumindest in der Szene der autistischen Blogger und Twitterer bekannt sein müsste, gibt es immer mal wieder mehr oder weniger journalistische Texte, in denen Begriffe wie „Autist“, „autistisch“ und „Autismus“ als negativ besetzte Metapher verwendet werden.
Auch Privatpersonen, Politiker etc. greifen gerne mal darauf zurück.

Wenn man als Autist nun dagegen etwas sagt, bekommt man oft solche Dinge zu lesen:

Journalismus arbeitet nun mal mit Stereotypen. Humor funktioniert unter anderem durch Stereotypen. Wenn jemand Witze über Frauen macht (typisch Frau!), fühle ich mich doch auch nicht gleich beleidigt sondern kann darüber schmunzeln.

Oder:

Ich finde, auch wenn man selbst betroffen ist, sollte man sich nicht zu ernst nehmen sondern darüber stehen

Oder auch dies:

Journalismus darf übertreiben, zuspitzen und die gesamte Form der Sprache nutzen.

(Zitate hier entnommen: Facebook)

Darüber stehen, mal darüber schmunzeln, den Journalismus nicht beschneiden. Hmpf.

Die Sache ist die:
Ich würde ja sogar darüber stehen und mitunter sogar darüber schmunzeln – wenn wir eine Gesellschaft hätten, in der Autisten nicht immer um jeden Fitzel Respekt zu kämpfen hätten. Doch solange die Gesellschaft noch nicht so weit ist, sind solche Metaphern und auch „Witze“ schlicht daneben.

Immer nur negativ, immer nur Witze, immer nur respektlos. Da lache ich nicht. Da bin ich bestürzt.

Der Witz an der Sache ist eben der Respekt.

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3 Gedanken zu “Der Witz an der Sache ist Respekt

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