Ich bin einfach nur noch müde

Sobald ein (vermeintlicher) Asperger-Autist eine Straftat begeht, sind die Medien fix, das möglichst fett in die Überschrift zu schreiben. Focus Online ist da gerne ganz vorn dabei.
Aktueller Fall:

“Er wollte sich wichtig machen” – BND-Doppelagent leidet unter Asperger-Syndrom

Da das Asperger-Syndrom absolut nichts mit einer Neigung zu Straftaten zu tun hat, stellt sich die Frage, warum das immer so dringend, noch dazu fett in der Überschrift, Erwähnung zu finden hat.
Gerne schreiben Autisten dann, zu Recht, dass das genau so wichtig ist wie die Augenfarbe, die ja nun auch keine Erwähnung in solchen Artikeln findet.

Und da kommt mir doch was hoch, was ich erst gestern sah. Eine Sendung mit dem Titel “Der Rassist ist uns” (ZDF-Mediathek, YouTube). Es geht dabei um ein Experiment, in dem Menschen mit blauen Augen diskriminiert werden, um die Mechanismen von Diskriminierung aufzuzeigen. Wichtig dabei ist unter anderem, möglichst oft Vorurteile plakativ zu schüren. Das funktioniert, das lässt die braunäugigen Menschen wirklich dazu übergehen, die blauäugigen Menschen herabzuwürdigen, durch forcierte selektive Wahrnehmung genau die Fehler bei den Blauäugigen zu sehen, die ihnen vorgekaut wurden.

Und genau das passiert eben auch durch solche Berichterstattungen, solche Erwähnungen des für die Tat irrelevanten Asperger-Syndroms!

Ich bin müde, so müde, dagegen wieder und wieder und wieder ankämpfen zu müssen. So müde.
Und die Medien lernen einfach nichts. So lernresistent. So hohl. – Oder so absichtlich?

Jetzt gerade warte ich einfach nur ab, welche anderen Blättchen das nun noch unreflektiert aufgreifen und darauf rumreiten müssen, statt es einfach mal wegzulassen so wie sie die Augenfarbe weglassen.

PS: Dass Focus Online selbst über die Sendung “Der Rassist in uns” berichtete, wirkt auf mich einfach nur wie blanker Hohn.
“Der Rassist in uns” – ZDFneo zeigt wie unerträglich leicht Rassismus funktioniert

Aktualisierung 12.07.2012 20:21 Uhr:
Genau das, was @h4wkey3 in seinem Artikel schreibt, genau das ist es, was ich meine mit der Diskriminierung durch die Medien, die von den Menschen aufgesogen wird:
Wovor ich Angst habe

Weitere Artikel dazu:
Medienfail, die 73483747ste.
Autismus, Asperger, dumme Berichterstattung und: persönliche Transparenz.

Veröffentlicht unter Autismus, Medien | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Und jetzt alle: Flap your hands!

Stimming, was ist das eigentlich? Eine ganz typische Frage, wenn Menschen mit Eigenverdacht, gerade frischer Autismus-Diagnose oder auch Eltern autistischer Kinder in die Selbsthilfe kommen.

Auf Deutsch findet man immer noch verhältnismäßg wenige Infos zum Thema Stimming. Mitunter denken Menschen, ich hätte mich vertippt und redete von Stimmung. Einen wirklich guten, knackigen deutschen Begriff gibt es dafür auch nicht. Selbststimulierendes Verhalten, klingt irgendwie durchaus komisch bis missverständlich.
Recht erhellend finde ich dies zum Thema Stimming, denn Stimming ist sehr vielfältig:
http://par-la-fenetre.tumblr.com/tagged/serieabc/chrono

Stimming hat mehrere Funktionen. Kurz gesagt dient es der Reizregulierung.
Autisten sind oft von den Reizen der Umwelt (Licht, Geräusche, Gerüche, Berührungen …) oder auch im Menschen selbst (Körpergeräusche, Herzschlag, das Rauschen des Bluts …) geflutet. Stimming kann das regulieren.
Für mich bedeutet Stimming, dass ich damit sowohl Leerlauf ausgleichen kann als auch Überreizung reduzieren oder überlagern kann. Das ist durchaus wichtig für mich. Ohne Stimming kann man mich deutlich eher für den Rest des Tages einfach in die Ecke stellen, weil ich dann einfach noch schneller fertig mit der Welt bin als so schon.

Nicht jede Art von Stimming ist sozial anerkannt und kann in der Öffentlichkeit ausgeführt werden, ohne dass man damit auf die Menschen in seiner Umgebung mindestens merkwürdig wirkt – leider.
Auf dem Bahnsteig hin- und herzugehen ist etwas, was man machen kann. Mit dem Fuß wippen geht auch. Kugelschreiber klickern ist auch noch ok. Aber wenn man stark mit dem Oberkörper wippt oder mit den Händen flattert (hand flapping) oder gar verbal stimmt, also Geräusche erzeugt, dann sieht das schon anders aus. Kinder dürfen sowas noch, unter Erwachsenen ist das eher verpönt. Ggf. wird man sogar für geistig unterbelichtet gehalten. Wo auch immer da der Zusammenhang sein mag.

Und eben weil Stimming in der Öffentlichkeit oft nicht so gut ankommt, gibt es zahlreiche Therapien, die dieses “unerwünschte Verhalten” abtrainieren sollen. Ganz vorne dabei ist ABA, Applied Behavior Analysis, einfacher gesagt: Konditionierung. Und zwar als 30-Stunden-Woche!
Wie wunderbar das doch ist, wenn der Autist kein “unerwünschtes Verhalten” mehr zeigt. Da ist er doch glatt fast geheilt und kann in der Gesellschaft anerkannt leben. Hurra! Ja, das entbehrt gerade nicht eines gewissen Sarkasmus.

Nach außen ist dann alles super. Doch wie geht es dem Autisten damit? Wie kommt er klar, wenn er eins seiner wichtigsten Werkzeuge zur Reizregulierung durch hartes Training verloren hat? Wie ist es für ihn, wenn er zwar nicht mehr komisch angeschaut wird, dafür aber nur noch die halbe Zeit durchhält?

Bis die Gesellschaft da mehr Akzeptanz entwickelt, wäre es den Autisten gegenüber fairer, in Therapien das Stimming nicht abzutrainieren, sondern zum Beispiel unauffälligere Alternativen anzubieten und zu erklären, in welchen Situationen auffälliges Stimming besser zu meiden ist, um gesellschaftlich nicht immer am Rand zu stehen. So hat der Autist weitere Werkzeuge an der Hand und die Entscheidungsfreiheit, wann er Stimming wie anwenden möchte.

Als Endziel wünsche ich mir, dass Stimming schlicht bekannter wird, dass Nicht-Autisten darüber Bescheid wissen und es akzeptieren. Vielleicht sogar mal mitmachen!
Flap your hands!


Übrigens irre lesenswert:
http://www.spektrum.de/news/meinung-empathie-statt-eugenik/1295945 von Mela Eckenfels

Veröffentlicht unter Autismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 12 Kommentare

Was ist dran am autistischen Amokläufer?

Nach einem Amoklauf laufen in der Regel die Medien heiß, auch auf der Suche nach dem Grund, dem Schuldigen im Schuldigen. Was macht einen Menschen zum Amokläufer, zum Massenmörder? Was bringt einen Menschen dazu?

Eine Frage, die immer wieder mit Absurditäten beantwortet wird. Lange Jahre waren es die Killerspieler, jetzt sind es die Autisten. Aber was ist da dran? Kann man die Verantwortung so einfach auf Autismus schieben, wie es die Medien so gern so lapidar tun, selbst wenn klargestellt wurde, dass der Täter keine Diagnose aus dem autistischen Spektrum hat, wie im aktuellen Fall Elliot Rodger?

Mela Eckenfels hat sich die Mühe gemacht und eine Menge recherchiert zum Thema Autismus und Amoklauf.
Ihr Artikel erschien gestern bei Carta:
Autismus und Massenmord: Der konstruierte Zusammenhang

An dieser Stelle vielen Dank für den ausführlichen Artikel.

Veröffentlicht unter Autismus, Medien | Verschlagwortet mit , , , , , | Ein Kommentar

Autism Is Not A Crime

So gerne würde ich mal wieder einfach einen schönen Artikel schreiben. Über ein schönes Erlebnis bloggen oder schöne Gedanken.
Doch leider …

Leider ist die Welt nicht immer schön.
Wieder gab es einen Amoklauf. Wieder hat ein junger Mann Menschen getötet. Wieder ging es jemandem auf dieser Welt beschissen genug, um zu so einem üblen Mittel zu greifen.
Das ist schlimm. Das ist furchtbar für alle Beteiligten und deren Angehörige und Freunde.

Und da das offenbar nicht reicht, kommt die Presse daher und stellt wieder eine Verbindung zu Autismus her.
In den ersten Artikeln fand es noch keine Erwähnung. Dann wurde es in den Artikeln in einem Nebensatz erwähnt, dass der Täter das Asperger-Syndrom gehabt haben soll. Und dann fand es zügig Einzug in die Überschriften, wieder die Verknüpfung in die Köpfe der Menschen pflanzend, dass Autismus und Amokläufe wohl etwas miteinander zu tun haben müssten.

Dass inzwischen in diesem Artikel der LA Times klargestellt wurde, dass der junge Mann nie eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum bekam, ist bei den anderen Medien noch nicht angekommen. Oder es interessiert sie nicht. So wie sie die vielen Twitterbeiträge nicht interessieren. Und die vielen Blogbeiträge. Und sogar die E-Mails, auf die der Focus zum Beispiel nur eine Standard-Antwort verschickt, dass sie keine Leserbriefe veröffentlichen würden. Eine etwas befremdliche Antwort auf E-Mails, die gar keinen Leserbrief enthalten, sondern Erläuterungen und Bitten bezüglich der für Autisten zu Diskriminierung und Mobbing führenden Art der Berichterstattung.
Und wahrscheinlich wird es auch den Presserat wieder nicht die Bohne interessieren.

Einen schönen Sündenbock haben sie gefunden.

Dabei möchten die meisten Autisten nur friedlich leben und mehr Verständnis bekommen.
Sie möchten sich outen können. Gefahrlos outen können. Und geoutet ohne Diskriminierung oder Mobbing leben können. Mit ein wenig mehr Bemühen und Verständnis derjenigen, die sich aufgrund ihrer Masse als Norm bezeichnen können.

Mein Leben geht weiter. Ungeoutet.
Immer in der Angst, dass solche Artikel, der angebliche Bezug zu Autismus, mal in einem RL-Gespräch Thema werden und ich mich nicht mal wehren kann, ohne mich dabei zu outen.

Veröffentlicht unter Autismus, Medien | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Sammlung Blog-Beiträge zu MMS und Autismus

MMS (Miracle Mineral Supplement) ist auch nach dem unsäglichen Kongress in Hannover (Spirit of Health) immer noch Thema.
Ich finde es unglaublich wichtig, weiterhin dagegen zu sprechen, solange verzweifelte Eltern ihren Kindern dieses Gift in sämtliche Körperöffnungen stopfen.

Was steckt dahinter? Diese Eltern haben eine Verzweiflung, geboren aus einem gesellschaftlichen Problem, einer Gesellschaft, in der Autismus nicht gut akzeptiert wird, denn sonst könnten sie ihre Kinder einfach das sein lassen, was sie eben sind. Autisten.
Und diese Verzweiflung wird schamlos ausgenutzt an vielen Ecken und Enden, mit vielen Therapie- und Heilungsversprechen, die oftmals mehr schaden als helfen. Unter anderem finden sich da eben die Anbieter von MMS, die diesen Eltern Hoffnung und den Kindern ein verätztes Verdauungssystem bringen.

Zum Glück sprechen sich viele Autisten und deren Angehörige dagegen aus, kämpfen dagegen an.
Ich sammle hier mal einige Blog-Beiträge zu diesem Thema zusammen.

An die Eltern von Autisten der Rat: Bitte kommt in unsere Communitys, Boards, Chats, schreibt uns an, redet mit uns, lernt, eure Kinder zu verstehen, helft, Verständnis für Autismus in der Gesellschaft zu erschaffen, damit eine solche Verzweiflung, die sich so leicht durch Hoffnungsgeber ausnutzen lässt, bald gar nicht mehr notwendig ist!

Hier nun die Links:

We didn’t start the fire – Eine Botschaft an den MMS-Mob
Beobachtungen aus der Diskussion mit MMS-Anhängern
Autismus – weggeätzt
MMS – Chlorbleiche gegen Autismus?
WIR HABEN DIE NASE VOLL MIT UNS NICHT MEHR
Autismus “bleaching” oder wo hat Wahnsinn noch seine Grenzen?
MMiSionarischer Eifer
Wieso ich meinem Sohn niemals MMs verabreichen würde.
STOP MMS
Heilung vom Heilungswahn
Gefährliche Quacksalberei oder Wie dumm kann man sein…

Veröffentlicht unter Autismus | Verschlagwortet mit , , , , , | 4 Kommentare

Offener Brief MMS

OFFENER BRIEF AN DAS HANNOVER CONGRESS CENTRUM UND DIE STADT HANNOVER (BETRIEBSAUSSCHUSS STÄDTISCHE HÄFEN UND HANNOVER CONGRESS ZENTRUM)

Sehr geehrter Herr Joachim König,
sehr geehrte Frau Anja Engelking,
sehr geehrte Frau Madeleine Angermann,
sehr geehrte Frau Sylvia Bruns,
sehr geehrte Frau Dr. Elisabeth Clausen-Muradian,
sehr geehrter Herr Jens-Michael Emmelmann,
sehr geehrter Herr Martin Hanske,
sehr geehrter Herr Dirk Hillbrecht,
sehr geehrter Herr Dr. Oliver Kiaman,
sehr geehrte Frau Helga Nowak,
sehr geehrter Herr Belit Nejat Onay,
sehr geehrte Frau Angelika Pluskota,
sehr geehrter Herr Lars Pohl,
sehr geehrte Frau Heidi Pohler-Franke,
sehr geehrte Frau Christine Ranke-Heck,
sehr geehrter Herr Gerhard Wruck,

mit großer Sorge haben wir erfahren, dass Sie vom 26. bis 29. April 2014 der Veranstaltung “Spirit of Health” Unterkunft bieten. Dieses Event ist gesetzeswidrig, unter anderem weil dort Chlorbleiche zur oralen Anwendung als Heilmittel für Kinder beworben wird.

Wir sind Autisten, Angehörige autistischer Menschen sowie Selbsthilfegruppen für autistische Menschen und Interessenvertretungen.

Die Veranstaltung, die zum angegebenen Datum im Kuppelsaal stattfindet, propagiert unter anderem die Anwendung des Mittels “MMS” oder auch “Magic Mineral Solution” oder “Magic Mineral Supplement”. Bei dem Mittel handelt es sich um gesundheitsschädliche Chlorbleiche, die zur oralen oder analen Anwendung empfohlen wird. Unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung riet in seiner Stellungnahme 025/2012 dringend von der Einnahme von MMS ab (Anlage 1).

Die Veranstalter verbreiten dabei Heilsversprechen, die vermutlich § 3 des Heilmittelwerbegesetzes verletzen und damit möglicherweise nach § 14 sogar strafrechtlich relevant sind.

Personen, die mitten in Deutschland geltendes Recht brechen, sollten Sie kein Forum bieten.

Wir wenden uns auch vor allem deswegen an Sie, weil im Rahmen der Veranstaltung Personen namens Kerri Rivera und Dr. Andreas Kalcker einen Vortrag mit dem Titel “Autismus heilen” [1] anbieten.

Autismus ist, laut Diagnosehandbuch, eine “tiefgreifende Entwicklungsstörung” oder kurz erklärt: Das Gehirn von Autisten entwickelt sich anders als das anderer Menschen, besonders im Bereich der Wahrnehmung. Autisten können Reize schlecht filtern und vermeiden daher Körper- oder Blickkontakt, außerdem können sie Emotionen anderer Menschen schlecht deuten. Entsprechend sind ihre Reaktionen in sozialen Situationen oft unangepasst.

Da es sich um nachweislich neurologische Veränderungen – salopp gesagt – der Verdrahtung und der Hirnchemie autistischer Gehirne handelt, ist eine Heilung, erst recht eine kurzfristige, nach dem Stand der aktuellen Forschung unmöglich.

Allerdings sind autistische Kinder wie auch Erwachsene lernfähig und, wie alle Menschen, versuchen sie Verhalten zu vermeiden, das bestraft wird. Die Gabe von MMS oral und MMS-Einläufe lösen schwere Durchfälle, Fieber und Erbrechen aus. Dies wird von MMS-Befürwortern als Zeichen dafür gesehen, dass die gewünschte Wirkung eintritt.

Wir dagegen sind der Ansicht, dass die “Besserung” autistischer Symptome, die Kerri Rivera und andere MMS-Anwender beobachtet haben wollen, eher darauf zurückzuführen ist, dass die so behandelten Kinder versuchen, unerwünschtes Verhalten zu unterdrücken, um weitere MMS-Gaben zu verhindern.

Wir werten MMS als Mittel der körperlichen Bestrafung und der Kindesmisshandlung.

Wir bitten Sie daher, den Vertrag mit den Veranstaltern von “Spirit of Health” zu kündigen und Kindesmisshandlung keine Plattform zu bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Informationen zu MMS:

Weitere Unterzeichner:

  • Anita
  • Ismael Kluever
  • Andrea Dünow Autismus Peine SHG
  • Sonja Sellner
  • Sabrina
  • Denise Linke
  • Nici
  • sharinchen
  • Sabine
  • mellissandra
  • Sabsi
  • gedankenkarusell
  • Katzenmama
  • Andreea Tribel
  • Karin Krettek
  • Kathrin Raunitschke
  • Ina Scheffel, Zerbst
  • Yvonne Münch und im Namen der SHG Leben mit Autismus Diepholz/Vechta
  • Stefanie Zenker
  • Alexandra Lais
  • Janina Bürger
  • Katja Wist
  • Svenja
  • Alexander Erfurt
  • Bärbel Möller
  • Luca-André Weidner
  • Roswitha Gaßmann
  • Andreas Obermayr
  • Tanja Krüger
  • Britta.K
  • Jürgen Heimlich
  • Jessica Preiß
  • Anna Frey
  • Sarah V.
  • Stefanie Dell
  • Helmut Appl
  • Regina Koschinski
  • Dagmar Schulz
  • Tanja
  • Desiree Glenz
  • Milena Herrmann
  • Kai Fischer
  • Florian Schulz
  • Andre Engelmann
  • Anita Bukvic
  • Stephanie Magri
  • Nicole Westermann
  • Ines Bräuer
  • Diana Krüger
  • Kai Kraze
  • Barbara Frey
  • stephancologne
  • Nicole Paxton
  • Nicole Letsch
  • Katarina Wulf
  • Joachim Hirschberg
  • Thomas Hesmert
  • Peter Ofenbäck
  • Natascha Stein
  • C. Wagner
  • Asis Nasseri
  • Raffaello Grani
  • Laura Gabriel
  • Celine Heilig
  • Jörg Ruschulte
  • Melanie Mohr
  • Debbie Novotny
  • Tamara Pelgrims
  • Peter Otten
  • Markus Kutscher
  • Heiko Klix
  • Kathy
  • Johannes Riecke
  • Isabell Berzel
  • Sandra Kösters
  • Sabrina Fiederling
  • James Simmonds
  • Conny Nicolai
  • Peter Dippmann
  • Anika Hofmann
  • Christian Weiskopf
  • Katharina Hansen
  • Christian Kluggen
  • Jana
  • Felix Gumbert
  • Sabine
  • tywunon
  • bundeskater
  • vgoebbels
  • Helma Kraze
  • Nils Lorenz
  • Jessica Pieper
  • Angelika Dumke – gigidumke
  • Doreen
  • Claudia Kruse, Wiesmoor
  • Ursula Schulz
  • Moni Ellerbeck
  • Autzeit
  • Martina Munzel, autWorker eG/autSocial e. V.
  • Reinhold Roppert
  • Tina Crimmann, Asperger Frauen Leipzig
  • Jörn de Haen, Therapeut
  • Melanie Schmid
  • Janina Bürger
  • Enno Park
  • Hilde Junker
  • anomaspe
  • Lasse von Dingens/@asperix
  • Maxen, Christian
  • Amy
  • Martin Vogel
  • Katja Kötz
  • Ulla Meier
  • Robert Klohe
  • Sonja Riege
  • Heiko Schott
  • Timo Ewalda
  • Lisa Huber
  • Maria Papiomitoglou
  • Beate Frenzer
  • ganzgans
  • BloO
  • Rafael Moreno
  • Michaela Lohmann
  • Julia Schönborn
  • Corinna John
  • Martin Ingenhoven
  • Julia Probst
  • milan vom hau
  • Sandra Spuck
  • Sven Gröhl
  • Nelli Hofer
  • Sara von Salis
  • Johannes Lewke
  • Nicole Hebing
  • Jens Stiewe @pnullsti (twitter)
  • G. Kellermann
  • Mirjam Ruschulte
  • Bettina Vatter
  • Tanja Serapinas
  • J.B., Tübingen
  • Stefanie Rose
  • Andreas Bender
  • Michael Schmitz
  • knuwe1
  • Tanja Kleiböhmer
  • Andreas Sons
  • Lukas Vels
  • monika
  • René Reichelt
  • mirabilos
  • Silke Ehrenberg
  • David Kreutz
  • Ann K.
  • Autisten im Netz
  • Lutz Siebert
  • Silvia Prochnau
  • Andrea Bröcker
  • Antje von Dobschinski
  • Maximilian Dachs, Ingolstadt
  • Peggy Arbeiter
  • André Sebastiani
  • Sebastian Schrage
  • Alexander Schliebner
  • Maxim Steinpreis
  • Karin Riedhammer
  • Flo
  • Oliver Schwabedissen
  • Tamara Wagner
  • Florian Barbarino
  • Barbara Bela
  • Dieter Kießer
  • C. Klein
  • S. Küsters
  • Sabrina Stolzenberg
  • yousitonmyspot
  • Knut Pankrath
  • Jules Eins
  • Edith Nebel
  • Rainer Bendig
  • Doris Gresselmeyer
  • Susanne Ackstaller
  • Uwe Scholz, 35410 Hungen
  • Laszlo Riedl
  • Astrid Semm
  • Mark Lorenz
  • Cordula Rode
  • Martje Henrike Rode
  • Ruedi Oswald
  • Angelika Lauriel
  • Hannah Thiel-Niesner
  • Nadja Lüders
  • Silvia Harnisch
  • Stefan Roßkopf
  • Christine Erbe-Salje
  • Imke Heuer
  • Heike Dube
  • F. Knorpp
  • M. Nimke
  • dieCarina
  • Andrea Kamphuis
  • Pia Ziefle
  • Aldaris Adun
  • Nicole Podschadel
  • Frauke Gonsior
  • gillatra
  • Bianka Storks Gründerin & Leitung http://www.kinder-mit-autismus.de
  • wenzel
  • Conny
  • Christian Schüning
  • Kakerlake
  • Bianca Jakulaz
  • edyta
  • Melanie Oellers
  • Frank Oellers
  • Julia Dombrowski
  • christinaf
  • iamwhatiam79
  • Martina Rauterkuß
  • Da Ri
  • Claudia Hartel
  • Lutz Hallay (@xumatik)
  • Cora
  • @Amused_Femme
  • ESH – Enthinderungsselbsthilfe von Autisten für Autisten (und Angehörige)
  • Tatiana Parmaksiz
  • Oliver Kreimer
  • Mirja Hoechst
  • Mel Buml
  • Eric Eggert
  • Stefanie Ndala-Hülswitt
  • Maren Henke
  • Barbara Haane
  • Susanne Schanz
  • Nadja Lüders
  • Sarah Ete
  • Nina @werkeltagebuch
  • Fiona Peters
  • Benjamin Weiß
  • Frank Peters
  • Diana Hoffmann
  • Bianca T.
  • Birgit Gläßel
  • Nico S.
  • Tanja K.
  • Thorsten Reinbold
  • butterblumenland
  • Cosima Wolter
  • Richard Glaab
  • Susanne Aust
  • die Michi
  • Andreas Großhardt
  • guildar Balcy
  • Axel Kirchfeld
  • Martje Saljé, Münster
  • S. Mühlbacher

Per Kommentar darf gerne noch mitgezeichnet werden.

Fußnote
[1] Der Vortrag wurde von den Veranstaltern inzwischen in “Autismus erfolgreich behandeln” umbenannt, was die dadurch getroffene Aussage lediglich etwas entschärft und verschleiert. Weder existiert eine ursächliche Behandlung gegen Autismus noch ein wirksames Medikament. Auch die Behauptung, Autismus erfolgreich behandeln zu können, ist nicht zutreffender als die Behauptung, Autismus heilen zu können.
Zurück in den Text.

Veröffentlicht unter Autismus, Offene Briefe | Verschlagwortet mit , , , | 47 Kommentare

Füreinander da sein

Füreinander da sein, was bedeutet das eigentlich?
In Beziehungen, Freundschaften? Das ist so ein Schlagwort für zwischenmenschliche Beziehungen: Füreinander da sein.

Diese Worte haben etwas sehr Zueinandergewandtes, etwas Beiderseitiges.
Zuerst denkt man sicherlich an Verben wie trösten, kuscheln, zuhören, Rat geben, Lösungen suchen für und mit dem Partner.
Es könnten einem Situationen wie diese einfallen:
Der Partner kommt von der Arbeit, dort ist es derzeit sehr stressig. Man fragt ihn, wie es ihm geht, er klagt einem seinem Leid und man bemüht sich dann, ihm zuzuhören, Rat zu geben, einen gemütlichen Abend zu zweit mit gutem Essen zu gestalten … Gemeinsame Dinge eben, füreinander.

Doch reicht diese Definition aus, um den Begriff vollumfänglich zu begreifen?

Ich möchte gerne eine Ebene höher gehen in der Definition. Füreinander da sein.
Das bedeutet doch, die Bedürfnisse seines Partners zu erfahren, zu verstehen und zu achten.

Wenn zwei Partner sehr ähnliche Bedürfnisse haben, dann fällt das leicht. Denn von sich auf andere zu schließen ist leicht. Wenn es mir schlecht geht, will ich A, also gebe ich meinem Partner A, wenn es ihm schlecht geht. Das funktioniert, wenn die Bedürfnisse meines Partners meinen ähneln.

Füreinander da sein.
Das kann aber auch mal bedeuten, dass der Partner einem Rückzug gewährt. Dass der Partner zulässt und versteht, warum man jetzt gerade den Partner nicht sehen möchte, sondern Zeit für sich braucht.
Dieses Bedürfnis ist vermutlich seltener als das Bedürfnis nach Trost, Umarmungen, Gesprächen etc., aber es ist ein mögliches Bedürfnis, dessen Achtung auch füreinander da sein bedeutet.

(Asperger-)Autisten zum Beispiel sind so Menschen, die eher mal solchen Rückzug für sich brauchen.
Ein Beispiel kann sein:
Der Asperger-Autist hat Stress bei der Arbeit. Vom Arbeitgeber kann er schlecht erwarten, dass dieser das Bedürfnis nach Rückzug akzeptiert. Der Partner jedoch, bei dem gilt diese “Regel”, füreinander da zu sein. Der Partner ist der, der es verstehen sollte, den Rückzug gewähren sollte. Dem Partner dahingend vertrauen schenken zu können, dass er für einen da ist, indem er den Rückzug akzeptiert, der in vielen anderen Lebensbereichen schlicht nicht möglich ist ohne existenzbedrohende Konsequenzen.

Füreinander da sein. Das ist also mehr als man auf den ersten Blick so denkt.
Wenn man einen Partner hat, der in seinen Bedürfnissen von den eigenen abweicht, müssen beide immer wieder schauen und prüfen, was gerade das Bedürfnis des Partners ist und es achten und zu erfüllen versuchen. Von sich auf den Partner zu schließen, kann dann schiefgehen.
In einer Beziehung zwischen (Asperger-)Autist und Nicht-Autist kann es dann schnell passieren, dass sich der eine bedrängt und der andere vernachlässigt fühlt.
Denn der Rückzug bedeutet mitunter auch einen kompletten Kontaktabbruch auf Zeit. Da kann ein Telefonat oder eine E-Mail schon zu viel sein. Da geht es nicht zwingend nur um rein körperliche Nähe, sondern dass wirklich Ruhe gebraucht wird vor den Personen, wo es eben möglich erscheint, sie zu bekommen. Einfach um die Kraft für die Lebensbereiche zu haben, die man nicht abschalten kann.

Füreinander da sein. Das kann eben doch auch mal bedeuten, weg zu sein.

Veröffentlicht unter Autismus | Verschlagwortet mit , , , , | Ein Kommentar